|
|
|
Die Umrundung
START:
Sonntag, 8. Juli 2007,
Morgens um 6:00 Uhr,
Strandabschnitt: Paguera
ABLAUF:
Abwechselnd schwimmen Lars Görny
und Lutz Heimann jeweils eine Stunde
BEGLEITUNG:
Ein kleines Motorboot, unmittelbar
beim Schwimmer, mit Arzt, Bootsführer und Helfer,
Katamaran für die Betreuung und Übernachtung
TAGESABLAUF:
Schwimmen von früh morgens
ab ca. 5:00 Uhr bis abends 22:00 Uhr,
Tagespensum ca. 60 km
ZIEL:
Freitag, 13. Juli 2007
Strandabschnitt: Playa de la Paguera
LANGSTRECKENSCHWIMMEN – was heißt das
Lange Strecken zu schwimmen bedeutet für die Schwimmer
physisch wie psychisch eine große Herausforderung. Von den Anforderungen her – komplex betrachtet – spricht man vom extremen Ausdauersport.
Gehen die Schwimmer wie beim Projekt RUND UM MALLORCA
an den Start, müssen sie verschiedene Aspekte berücksichtigen:
1. Wie ist die Einstellung zum Vorhaben?
2. Wie bereiten sie sich physisch vor?
3. Welche mentalen Strategien haben sie, um das Unternehmen erfolgreich zu beenden?
4. Wie konzentriert man sich auf das Vorhaben – trotz Alltag?
Zwei Arten von Geisteshaltung stehen beim Projekt sicher im Vordergrund:
- Erfolgszuversicht (Selbstvertrauen)
- mentale Härte
Zwei so erfolgreiche Schwimmer wie Lars Görny und Lutz Heimann sagen:
Wenn du dir einmal die Umrundung in den Kopf gesetzt hast,
dann musst du deine Gedanken kanalisieren: Du darfst nur noch das Projekt im Kopf haben. Du weißt, dass du es schaffen willst, dass du es schaffen kannst – und dass dich niemand davon abhalten kann.
Zu den physischen Vorbereitungsmaßnahmen gehörten die Steigerung
des Trainingsumfangs und die Aufnahme eines geregelten Krafttrainings. Diese Maßnahmen sind weitestgehend selbsterklärend.
Hinzu kommen weitere:
Um auf die extremen Bedingungen (Meer, Salz, Strömung) vorbereitet zu sein, vor allem die unterschiedlichen Strömungen und die Wellen, muss an einem spezifischen Ort trainiert werden – so ging es im Mai zum Trainingslager nach Mallorca. Das Training im offenen Gewässer ist wichtig – war aber wegen der Kälte in Deutschland nicht möglich.
Es gibt Erfahrungsberichte von Durchschwimmern des Ärmelkanals –
diese haben wegen des Salzwassers sogar das Erbrechen trainiert –
so weit gehen Lutz und Lars nicht.
Zu den mentalen Strategien, welche die Schwimmer angehen,
um durchzuhalten und durchzukommen, gehören:
Untergliederung der Strecke
Zeitliche Vorhaben für einzelne Abschnitte (Kompartimentierung),
Selbstgespräche (im Wasser, als Unterhaltung)
Aufmerksamkeitssteuerung Bewusste Ablenkung
Nach Erfahrungen von Lars (Rund um Hiddensee / Rund um Rügen)
wird der Marathon folgendes an Gefühlen und Reaktionen produzieren:
Der Anfang ist aufregend und relativ freudvoll. Das Schwimmen fällt noch leicht. Der mittlere Abschnitt war im Allgemeinen durch ein deutlich weniger positives Befinden gekennzeichnet.
Man kämpft mit Schmerzen, mit Magenproblemen oder erschwerenden Umständen, wie plötzlich gesetzte Bojen, die umschwimmt werden müssen oder Quallen.
Am schlimmsten aber sind die Schmerzen in den Armen, im
Nacken und im Magen. Dabei handelte es sich um einen besonderen, nämlich "kalten" Schmerz: Er gehe tief, und man wisse, dass man sich kaum mehr davon erholen könne. Auch mentale Schwierigkeiten treten auf: Während man am Anfang noch an viele unterschiedliche Dinge denke, engte sich der Horizont nach ein oder zwei Tagen stark ein. Das Denken des Schwimmers scheinte irgendwann auszusetzen.
Im hinteren Abschnitt bleibt:
Man hat das Gefühl nur zu schwimmen und zu schwimmen, alles andere, was noch war, ist v e r s c h w o m m e n, ist ausgeblendet.
Und trotz der Begleitung der Mannschaft und der Boote entsteht ein Gefühl der Niedergeschlagenheit, warum macht man das hier so allein? Einsamkeit kann sich im Kopf breit machen. Der Schwimmer hat das Gefühl, er kommt dem Ziel einfach nicht näher.
Der letzte Abschnitt kann zwei Erlebensqualitäten annehmen:
Freude oder geradezu Euphorie, weil ein Ziel erreicht worden ist,
aber auch Niedergeschlagenheit, ein Gefühl der Leere oder Enttäuschung.
Offenbar kann es Schwierigkeiten machen, sehr viel Zeit und
Energie in das Unternehmen zu stecken und dann, wenn das Ziel geschafft ist, zu realisieren, dass nun alles vorbei ist.
|
|